Digitales Lernen an der PPC
 

Insgesamt drei Tablet-Klassen zum Schuljahr 2018/19, im neuen Schuljahr 2019/20 kommen weitere Klassen dazu

Im Schuljahr 2018/19 startete die Peter-Paul-Cahensly-Schule mit drei Tablet-Klassen, in denen die Schülerinnen und Schüler „digitalen Unterricht“ erleben. Neben zwei Klassen in der Einführungsphase im Beruflichen Gymnasium mit dem Schwerpunkt Wirtschaftslehre arbeiten auch in der Berufsschule im Ausbildungsberuf Industriekauffrau/-mann Jugendliche mit dem Lernwerkzeug Tablet im Unterricht und Zuhause. In den folgenden Schuljahren soll der Kreis der digital Lernenden stetig erweitert werden.

Daneben stehen allen Lehrerinnen und Lehrern zwei Tablet-Koffer zur Ausleihe zur Verfügung, um in einzelnen Unterrichtseinheiten digitale Medien zu nutzen.

Das Tablet im Unterricht als zukunftsbefähigendes Lernmittel

In unserer digitalen Informationsgesellschaft prägen digitale Medien die Alltagswelt, die Schulzeit und die zukünftige Berufs- und Studienwelt unserer Schülerinnen und Schüler in vielfältiger Weise.

So gehört der Nachweis einer eigenen Computerkompetenz sowohl in der Schule, später aber auch in Hochschulen und Universitäten sowie in vielen Bereichen der modernen Arbeitswelt oft zu den wichtigsten Basiskompetenzen für eine erfolgreiche Zukunft und berufliche Aufstiegsmöglichkeiten. Sowohl in der Wirtschaft als auch im Bildungsbereich ist der Einsatz passender Software ein wichtiger Pfeiler der täglichen Arbeit und Kommunikation(1).

Diese Anforderungen führen dazu, dass unsere Schülerinnen und Schüler besondere Kompetenzen erwerben müssen, damit sie die medialen Angebote verstehen, sinnvoll nutzen können und so auf ein digital geprägtes berufliches Umfeld vorbereitet sind.

Medienbildung gehört damit heute zur unverzichtbaren Aufgabe jeder Schule

Durch die wachsende Bedeutung digitaler Medien ergeben sich in vielfacher Hinsicht neue Aufgaben für die Schule:

• Die Reflexion der eigenen Mediennutzung und Aktivitäten in der digitalen Welt, sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Risiken neuer Medien fördert die Medienmündigkeit unserer Schülerinnen und Schüler und trägt zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit bei. Sie schärfen ihr Bewusstsein für Werte und Regeln für den respektvollen Umgang miteinander im virtuellen Raum.

• Mit Blick auf die berufliche Praxis und/oder das weiterführende Studium sollen Schülerinnen und Schüler beim Verlassen unserer Schule (digitale) Medien sinnvoll einsetzen und nutzen können.

• Um mit der Informationsflut und dem technischen Wandel zurechtzukommen, braucht es die Fähigkeit, sich in einem unübersichtlichen Angebot zu orientieren, die Richtigkeit von Meldungen und Berichten zu beurteilen sowie neues Wissen anzueignen.

• Digitale Medien ermöglichen neue Formen des (eigenverantwortlichen) Erwerbs von Unterrichtsinhalten und sollen deshalb in Schule und Unterricht situationsgerecht als Lehr- und Lernwerkzeuge genutzt werden.

Das Tablet als Unterstützung im Unterricht

Wenn die Schule eine grundlegende Medienkompetenz vermitteln soll, müssen Schülerinnen und Schüler auch die Gelegenheit erhalten, digitale Medien zu nutzen und Erfahrungen zu sammeln, die sie stärken.

Setzen Lehrpersonen digitale Geräte im Unterricht zielgerichtet ein, sind sie eine Entlastung und bieten Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit digitalen Medien. Der adäquate Einsatz von Tablets im Unterricht birgt großes didaktisches und pädagogisches Innovations-Potenzial. Weiterhin steigert er Leistungsbereitschaft und Motivation der Schülerinnen und Schüler(2).

Aufgrund der zunehmend heterogenen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ergibt sich für jede Lehrkraft die Notwendigkeit, Lernprozesse stärker zu individualisieren. Mit digitalen Unterrichtsmaterialien und unterschiedlichen Lernzugängen, die unmittelbar verfügbar sind, können Lehrkräfte schnell reagieren und so verbessert auf die Heterogenität eingehen.

In allen Tablet-Klassen gilt der Grundsatz, dass die Tablets im Unterricht in allen pädagogisch-didaktisch geeigneten Lernsituationen im Einsatz sind und durch traditionelle Materialien ergänzt wird, um eine bestmögliche Leistungsverbesserung bei den Schülerinnen und Schülern zu erreichen.(3) Dies stellt auch hohe Anforderungen an die Geräte und an das technische System im Hintergrund. So muss das Tablet handschriftliche Eingaben schnell verarbeiten können und durchweg den Zugriff auf die Mitschriften aus dem Unterricht und die Arbeitsmaterialen ermöglichen, unabhängig davon, ob die Schülerin bzw. der Schüler gerade zu Hause, in der Schule oder an anderen Orten arbeitet. Die Pflege, Wartung und Aktualität der Systeme (Hard- und Software, Netzwerk, Internet, Cloud) muss für eine störungsfreie Betriebssicherheit gewährleistet sein.

Die verwendeten Tablets (iPad) sind schnell betriebsbereit, haben eine hohe Akkulaufzeit und zeichnen sich durch eine einfache, intuitive Bedienbarkeit aus. Dies ermöglicht einen flexiblen Einsatz vom kurzen Unterrichtsmoment bis zur Nutzung über viele Stunden hinweg. Ihr geringes Gewicht und ihre multimediale Ausstattung mit Foto- und Videokamera, Lautsprecher, Mikrofon etc. bieten beim Lehren und Lernen ganz neue Einsatzmöglichkeiten, beleben den Unterricht und fördern dadurch die Lernmotivation und ermöglicht neue Zugänge zum Lerninhalt.

Das Tablet als Lernwerkzeug

Der Einsatz von Tablets im Unterricht eröffnet neue Möglichkeiten für individuelles und kooperatives Lernen, fördert die Medienkompetenz, ermöglicht differenziertes Lernen und greift die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler auf. Den Schülerinnen und Schülern steht nun der dauerhafte Zugriff auf Dateien und Dienste, sowie eBooks und/oder digitalen Schulbüchern zur Verfügung, somit wird eine durchgehende Lerngelegenheit gewährleistet.

Tablets eignen sich zum Dokumentieren, weil Notizen mit dem Stift oder der Tastatur erfasst werden. Versuchs- und Bewegungsabläufe lassen sich zudem in Bild und Ton festhalten. Erarbeitete Inhalte können ansprechend und professionell in Form von eigenen interaktiven Aufgabensammlungen, Broschüren, Podcasts, Diagrammen oder Lexikonartikeln gestaltet und allen Mitschülerinnen und Mitschülern zur Verfügung gestellt werden.

Dadurch wird es den Schüler/-innen ermöglicht, mit einem einzigen Gerät multimedial angereicherte Unterrichtsbeschreibungen anzufertigen und individuelle Lernkanäle anzusprechen. Bei der Erarbeitung von Lerninhalten sind die Schülerinnen und Schüler durch die Tablets in der Lage, Methoden und Tempo selbst zu bestimmen und, wenn nötig, zusätzliche Hilfen durch Mitschüler/-innen, die Lehrkraft oder beispielsweise in Form von Internetrecherchen individuell in Anspruch zu nehmen. Weiterhin werden die Tablets zu Präsentationszwecken eingesetzt. Die drahtlose Übertragung von Bild und Ton auf die in allen Arbeits- und Unterrichtsräumen vorhandene Beamer ermöglicht es, sich dabei frei im Raum zu bewegen und professionell aufzutreten. In Phasen der Aufgabenbesprechung zu digitalen Arbeitsblättern oder bei Aufzeichnungen von Unterrichtsgesprächen ersetzen Beamer und interaktive Whiteboards/Leinwände die klassische Tafel.br>
Arbeitsblätter, Unterrichtsmitschriften und andere digitale Unterrichtsmaterialien werden mittels Office 365 strukturiert und gesichert in der Cloud gespeichert. Die Einhaltung der geltenden DSGVO ist dabei selbstverständlich. Die Arbeit mit diesem System ermöglicht zudem eine verbesserte Kommunikation innerhalb der Lerngruppe und auch mit Lehrerinnen und Lehrern. Damit ergeben sich vielfältige Kollaborationsmöglichkeiten wie zeitgleiches Arbeiten an einem digitalen Dokument oder Videokonferenzen.

Digitale und mobile Medien fördern kooperatives Lernen, weil sie sich ausgezeichnet für das Erarbeiten und Präsentieren eignen. Schülerinnen und Schüler teilen sich dabei die Recherchearbeit zu einem Thema. Danach sammeln sie die Informationen in der Gruppe und entscheiden, welches die relevanten Ergebnisse sind. Die Erkenntnisse präsentieren sie abschließend gemeinsam der Klasse. „Durch die Anregung des kooperativen Arbeitens und den gemeinsamen Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern fördern digitale Medien gleichsam in besonderer Weise den Lernprozess und -erfolg.“(4)

Beim selbstgesteuerten Lernen müssen die Schülerinnen und Schüler zu einem Inhalt eigenständig Informationen recherchieren. Dabei lernen sie, Informationen zu suchen, zu bewerten und auszusortieren. Der Begriff «selbstgesteuert» bezieht sich dabei nicht nur auf das Thema, sondern auch auf die Arbeitstechnik. Die Schülerinnen und Schüler müssen entscheiden, welches das adäquate Medium ist, um die Inhalte zu erarbeiten und sie adressatengerecht Mitschülern und Lehrkräften vorzustellen/zu präsentieren.

Stetige Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer

Für den zielgerichteten, motivierenden und durchdachten Einsatz von digitalen Medien im Unterricht ist die professionelle Schulung und Fortbildung der Lehrkräfte eine essentielle Voraussetzung. Deshalb erstellt die Schulleitung der Peter-Paul-Cahensly-Schule für ihre Lehrerinnen und Lehrer ein stetig weiterentwickeltes, bedarfsgerechtes Fortbildungsprogramm (z.B. Umgang mit Tablets, Apps, Lernsoftware und deren Einsatz im Unterricht), mit dessen Hilfe sie sich in schulinternen und -externen Fortbildungen (z.B. Apple-Schulungen, Angebote des Medienzentrums) auf den Einsatz der neuen Medien vorbereiten bzw. diesen weiter ausweiten können. Ein stetiger Erfahrungsaustausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Teamsitzungen ist darüber hinaus selbstverständlich und prägt unserer Lehrer- und Schulkultur.

(1) vgl.: Bertelsmann Stiftung; J. Landmann und S. Heumann (Hrsg.): Auf dem Weg zum Arbeitsmarkt 4.0? : https://www.stiftung-nv.de/sites/default/files/arbeitsmarkt2030.pdf, 1. Auflage; 2016; gesehen am 08.01.2019.
(2) Vgl. Kultusministerkonferenz und Stiftung Mercator; Hillmayr, Delia et al. (2017): Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe. Einsatzmöglichkeiten, Umsetzung und Wirksamkeit, Waxmann Verlag: Münster u. a.
(3) Vgl. ebenda, S. 11.
(4) KMK-Studie, a.a.O., S. 13.


Kollaboratives Lernen mit iPads



Unterstützung bei der Textproduktion



Kooperatives Arbeiten in flexiblen Unterrichtsumgebungen



Tablet-Einsatz im Mathematikunterricht



Zukunftsweisende Arbeitsweise im Biologieunterricht



Untersuchung eines Frosches im Biologieunterricht mit der App „Froggipedia“



Mikroskopieren und Dokumentieren im Biologieunterricht



Wurfanalyse im Sportunterricht



Analyse von Bewegungsabläufen im Sportunterricht