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06.04.2020 11:55 Alter: 4 days
Kategorie: Schule allgemein Schule allgemein

Pädagogischer Tag – Rassismus in der Schule keinen Raum bieten

Jedes Schuljahr widmen sich die Lehrkräfte der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg im Rahmen eines Pädagogischen Tages aktuellen Themen rund um Unterricht und Schule. Diesmal setzten sie sich mit Diskriminierung im Kontext Schule auseinander.


Zum Pädagogischen Tag an der Peter-Paul-Cahensly-Schule wurden zahlreiche Experten aus Vereinen und Institutionen eingeladen, die aus ihrer Sicht Rassismus und Diskriminierung im schulischen Alltag beleuchten. So galt es durch die Lehrerinnen und Lehrer das Oberthema „Rassismus und andere Diskriminierungsformen in Unterricht im Kontext Schule“ aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.




Ganz im Zentrum der Veranstaltung für die Pädagoginnen und Pädagogen der Limburger Schule waren zahlreiche Angebote der Bildungsstätte Anne Frank e.V. aus Frankfurt. In einem beeindruckenden Eröffnungsvortrag zu den unterschiedlichen Diskriminierungsformen in Alltag und Schule durch den Bildungsreferenten Oliver Fassing, standen seine Erfahrungen zu den Auswirkungen von Diskriminierung gegenüber Schülern. Gleichzeitig gab er Empfehlungen ab, wie Diskriminierung durch die Institution Schule sowie ihrer Lehrkräfte angegangen werden kann.

Organisiert wurde der Pädagogische Tag in verschiedenen Workshop-Angeboten, wobei sich die Lehrkräfte je nach Interesse für ein Spezialgebiet entscheiden konnten. Im Angebot von Folasade Farinde, einer Referentin der Bildungsstätte Anne Frank e.V., konnte das pädagogische Fachpersonal sich über die Formen von Rassismus informieren. „Nicht erst sei Pegida und Co. sind offene Rassismen Teil unserer Gesellschaft und prägen das Leben vieler Betroffener“, so die Expertin des Frankfurter Vereins. Auch zahlreiche alltägliche Begriffe und Bilder würden kolonialrassistischen Vorstellungen entsprechen. Das zweite Bildungsangebot der Bildungsstätte Anne Frank unter der Leitung der Referentin Lena Reichstätter stand unter der Fragestellung „Wie erkennt man Antisemitismus heute?“. Hier konzentrierten sich die Lehrerinnen und Lehrer auf die Entwicklung von Handlungsstrategien gegen Antisemitismus im pädagogischen Raum.

Neben den Themengebieten Rassismus und Antisemitismus gab es auch Wissenswertes zur Diskriminierung in Bezug auf sexuelle Identitäten. Nicole Peinz vom ehrenamtlichen Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU aus Frankfurt stellte ihren Workshop unter der Überschrift „Geschlechtliche Identitäten und sexuelle Orientierung – Ein Thema in der Schule!?“. Hier wurden pädagogische Methoden zum Themenfeld erprobt und ausgewertet. Ziel dieses Angebots war die Reflexion der eigenen Haltung und eine Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit.

Neben eingeladenen Experten außerhalb der Schule, gab es ein Angebot des Schulsozialarbeiters der Peter-Paul-Cahensly-Schule, Florian Will, der den Lehrkräften aufgezeigt hat, wie es gelingen kann, stigmatisierte Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Es wurde die Frage beantwortet, wie es gelingen kann, den Schülerinnen und Schülern wieder neue Hoffnung zu geben und sie näher an die Gesellschaft heranzuführen. Sozialarbeiter Will erzählte in beeindruckender Weise, mit welchen Sorgen und Nöte die jungen Menschen ihn täglich erreichen und mit welchen Widrigkeiten beim Lösen der Probleme entstehen.

Zum Abschluss des informationsreichen Tages nahm Ben Kandler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Präventionsstelle Politisch Motivierte Kriminalität (PMK) vom Polizeipräsidium Westhessen, in seiner Präsentation aktuelle Bezüge zu der Welt der „-ismen“. So stelle Kandler an Beispielen die Unterschiede zwischen Rechtsextremismus, Linksextremismus, Antisemitismus und die Formen von religiös motivierter Kriminalität vor.