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06.04.2020 11:53 Alter: 4 days
Kategorie: BG

„Flug ins Ungewisse“ – Lernen, was wirklich wichtig ist

Der Kurs Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg präsentierte in der Aula der Schule mit „Flug ins Ungewisse“ ein emotionales, kreativ umgesetztes Stück.



Nein. Mit der romantischen Verfilmung von Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“, eines der populärsten Kinderfilme der Nachkriegszeit, hatte die Präsentation des Kurses Darstellendes Spiel nichts im Geringsten gemeinsam. Hier ging es nicht nur um Turbulenzen im Luftraum, sondern vor allem um Turbulenzen im Leben verschiedener Personen: Unfreundliche Stewardessen, Junkies, Quengler und Besserwissen waren die Charaktere, die es hier mit viel Einfühlungsvermögen durch die Schülerinnen und Schüler zu beschreiben galt.

Eigenwillige Charaktere

Unter der Leitung der Kursleiterin Dr. Hannelore Egner, erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums in den letzten Monaten mit „Flug ins Ungewisse“ ein Stück, das von den Jugendlichen viel an spielerischer Kreativität, körperlicher Aktivität und sozialen Denken und Handeln abverlangte.

Während Nora, eine erfolgreiche internationale Journalistin, zahlreiche Mitreisende und die Stewardessen mit ihrer exzentrischen Flugangst nahezu um den Verstand bringt, prahlt ein Geschäftsmann mit seinem neuen Bauprojekt, einem Hotel. „36 Stockwerke purer Luxus“, so der Bauunternehmer. Schließlich wolle man nur das Beste vom Besten für die Mieter bieten. Dass dafür Sozialwohnungen abgerissen wurden, um höhere Mietpreise zu kassieren, spielt für den Unternehmer keine Rolle. Ebenso egoistisch ein ehemaliger Schüler, der gerade sein Abitur abgeschlossen hat und sich ständig über die zu engen Sitzplätze im Flugzeug beschwert und darüber mit anderen Mitreisenden in Streit gerät. „Ich will jetzt das Leben genießen – ab nach Malle!“ Zudem an Bord ist ein erfolgreicher Arzt, der zahlreiche Überstunden in Kauf nimmt und zudem ständig für Notfälle in Bereitschaft sein muss. Betreut wurden die Flugreisenden von Stewardessen, die während ihrer anstrengenden Arbeit sich auch noch sexuellen Belästigungen aussetzen müssen.

Umgang mit gesellschaftskritischen Themen

Begleitet wurden die einzelnen Szenen durch „Mitteilungen“ im Hintergrund, die Bezug nahmen auf gesellschaftliche und politische Probleme unserer Zeit: Gewinne der Baubranche auf Kosten von Mieterhöhungen, die die Schwachen in unserem Land sich nicht leisten können, oder etwa der Mangel an Pflegepersonal im Gesundheitswesen.

Doch die plötzlich während des Fluges aufkommenden Turbulenzen und ein möglicher Flugabsturz lassen erkennen, dass das egoistische Denken und Handeln der Reisenden umschwenkt in emotionale Wesen mit ihren täglichen Sorgen und Ängsten. Viele stellen sich während der Todesangst die Frage nach dem eigentlichen Sinn des Lebens: Ein erfülltes Familienleben und gute Zukunftsaussichten, statt die Gier nach Geld und das Leben im Jetzt. So lautet das Fazit der Fluggäste: „Gib‘ acht auf Dich! Dich gibt es nur einmal!“

Der Kurs Darstellendes Spiel verläuft projektorientiert und legt Schwerpunkt auf praktische und selbständige schülerzentrierte Arbeit. Es werden grundlegende Techniken des Theaterspiels vermittelt, wobei Wert darauf gelegt wird, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der die Schülerinnen und Schüler zunehmend an Sicherheit gewinnen, sich selbst im Spiel ausprobieren, gestalterisch tätig werden und Spielfreude entwickeln können.