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30.01.2020 21:34 Alter: 23 days
Kategorie: BG

Toller Erfolg der Weihnachtsaktion – PPC-Schüler spenden für regionale Vereine

In einer feierlichen Runde hat die Schülervertretung der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg 1.200 € an den Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ in Limburg und „Herzen für eine Welt e.V.“ aus Königstein überreichen können.


Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zwei gemeinnützige Vereine aus unserer Region zu fördern, bei denen Jugendlichen geholfen wird“, berichtet Anna Fasel von der Schülervertretung der Peter-Paul-Cahensly-Schule. Seit etlichen Jahren sei es für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schule aus Limburg eine Herzensangelegenheit auch an diejenigen Jugendlichen zu denken, die nicht in den Genuss einer guten Schul- und Berufsausbildung kommen würden oder die nicht in einem harmonischen Familienumfeld erwachsen würden, berichten Rosa Beck und Till Hoffmann von der Schülervertretung und Verbindungslehrer Dr. Johannes Zuber weiter. „Wir sind sehr stolz darauf, insgesamt 1.200 € an das Frauenhaus in Limburg und an den Verein Herzen für eine Welt überreichen zu können“, so Dr. Zuber. Eingenommen wurden die Gelder aus der jährlichen Weihnachtssammelaktion.

Schulbildung in Peru unterstützen

„Wir danken den Schülerinnen und Schüler der Peter-Paul-Cahensly-Schule sehr für die finanzielle Unterstützung unseres Vereins“, freut sich Gerhard Benner, Vorsitzender vom Verein Herzen für eine Welt. Der Verein aus Königstein wolle die Spenden für eine Schule in den Anden in Peru verwenden. Dort werde hauptsächlich für Mädchen das Lernen ermöglicht. Denn gerade sie müssten heute immer noch in den Familien mithelfen, um durch ihre Arbeitskraft die Familie zu ernähren. Um aus dieser Lage herauszukommen, sei die Bildung ein wichtiger Schlüssel für die Zukunft der Kinder, berichtet Benner. Neben dem Unterricht, bestehend aus den Fächern Englisch, Mathematik und Sport, der von freiwilligen Pädagogen übernommen werde, gebe es auch Unterstützung in Form von Schulkleidung und Schulmaterial, die sich die armen Familien nicht leisten können. Ebenso gebe es hier für rund 1.000 Kinder ein tägliches Mittagessen. Mit diesem Konzept habe man, so Benner, sehr gute Erfolge erzielen können. Viele Schülerinnen und Schüler würden sogar an einer Universität studieren. Ein Wunder, denn oft würden die Kinder aus schwierigen Familien stammen.

Hilfe für junge Mädchen und Frauen

Neben der Förderung von Bildung von Kindern in Peru wurde ein Teil der Spenden an das Frauenhaus in Limburg weitergereicht. „Gerade die Trennung vom gewalttätigen Partner stellt für viele Frauen oft eine zusätzliche Gefahr da - ihre Männer meinen, sie hätten nun nichts mehr zu verlieren, und schrecken auch vor Mord nicht zurück“, berichten die Vertreterinnen Simone Hilpisch und Eileen Glienke von Frauen helfen Frauen e.V. in Limburg. Gerade im vergangenen Herbst habe auch das Frauenhaus in Limburg diese Erfahrung machen müssen. Daher ist ein Zufluchtsort wie das Frauenhaus in Limburg sehr wichtig. Hilpisch berichtet zudem darüber, dass die Frauenhäuser deutschlandweit untereinander vernetzt seien. Häufig nehmen wir Frauen aus anderen Bundesländern auf oder vermitteln Frauen aus Limburg in andere Bundesländer, damit sie möglichst weit weg sind und nicht gefunden werden können, so Hilpisch.

Das Frauenhaus in Limburg ist bereits seit über 30 Jahren eine Anlaufstation für junge Mädchen und Frauen, die Zuflucht, Schutz und Hilfe bei Gewalterfahrungen suchen. In der Beratungsstelle, bei denen die Gespräche auf Wunsch der Frauen auch anonym stattfinden, gehe es auch um Unterstützung bei Behörden- und Ämtergängen.

„Für viele Frauen ist die Trennung vom Partner eine schwere Entscheidung“, berichtet Eileen Glienke. Sie hätten Angst vor der Rache ihres Mannes. Dann gelte nur eins: das bestehende Umfeld zu verlassen. „Gerade für die Kinder ist dies ein schwieriger Schritt, da sie das gewohnte Umfeld aus Schule, Freunden und Verwandtschaft verlassen müssten“. Für solche Fälle habe das Frauenhaus in Limburg Platz für 24 Personen, die dort eigenständig ihr Leben versorgen würden. „Es ist eine Illusion der Eltern, wenn sie glauben, Kinder bekämen von Streit und Gewalt in der Partnerschaft nicht viel mit“, ergänzt die Kollegin Hilpisch. Von daher würde man sich gerade über die Spende der Schülerinnen und Schüler der Peter-Paul-Cahensly-Schule freuen. Denn diese gesammelten Gelder wolle man auch wieder Kindern und Jugendlichen in Form von Betreuungsangeboten und Freizeitaktivitäten weitergeben. Nach den Gewalterfahrungen würden sich die jungen Menschen nach positiven Lebensinhalten sehnen: ein Besuch im Schwimmbad, Angebote der Sommerfreizeit mit Ausflügen oder körperliche Aktivitäten im Kletterwald. Zudem würden die Vermittlung zu Sportvereinen und die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung von Schulmaterialien den Schritt in ein normales Leben erleichtern.

Viele Frauen spielen die Gewalt und Brutalität, die sie erlebt hätten, herunter. Sie tun dies, um ihren Partner in Schutz zu nehmen. „Manche glauben sogar, dass sie es verdient haben. Sie denken, dass sie ihr Verhalten nur ändern müssten, damit die Gewalt aufhört", so Hilpisch. Das Problem liege nicht bei den Frauen, sondern bei ihrem Partner. Die beiden Vertreterinnen des Frauenhauses in Limburg betonen, dass sie in der Beratungsstelle Frauen aus allen Schichten und Kulturen begegnen würden - Gewalt in der Beziehung sei keine Frage des Milieus.