< Morgens Schule – mittags Uni: Zwei PPC-Schüler studierten in Idstein
29.08.2019 17:21 Alter: 22 days
Kategorie: BG

PPC-Schüler erhalten Einblicke in den polnischen Berufsalltag

Ein Praktikum in Polen? Klar, das ist eher außergewöhnlich. Zwei angehende Abiturienten der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg waren zwei Wochen lang in Osteuropa tätig – und sammelten dort wertvolle Erfahrungen.


Zu einem Auslandspraktikum in Polen weilten in den Sommerferien kürzlich zwei Schüler des Beruflichen Gymnasiums für Technik, Schwerpunkt Maschinenbau, der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg. Lennart Haßdenteufel und Marco Romero Gonzalez hatten das Angebot ihrer Schule angenommen, zwei Wochen lang praktische Erfahrungen bei einem Metallbauunternehmen in Wschowa zu sammeln und gleichzeitig „Land und Leute“ kennenzulernen. Die Kleinstadt Wschowa, knapp 300 Kilometer östlich von Berlin und von der Einwohnerzahl her gesehen so groß wie Hadamar, bot die Heimat der beiden Oberstufenschüler.

Das Praktikum absolvierten Haßdenteufel und Romero Gonzalz beim der Firma PRO-TECH in Wschowa, die mit 45 Mitarbeitern Fräs- und Drehteile für Kunden aus ganz Europa produziert. Darunter namhafte Firmen wie Bosch und Electrolux. „Wir waren total überrascht, dass wir vom ersten Tag an in den Produktionsprozess voll eingespannt wurden und nach Anweisung die teuren CNC-Fräsmaschinen bedienen durften“, berichtet Haßdenteufel begeistert. Und Romera Gonzalez weiter: „Das Messen und Einspannen von Werkstücken kannten wir schon aus dem Maschinenbauunterricht der Schule.“

>

Wertvolle Erfahrungen gesammelt

Während die Mitschüler in den Sommerferien im Urlaub waren oder es sich zu Hause gemütlich machten, waren die beiden Schüler acht Stunden täglich in der Produktion tätig. „Einen ganzen Arbeitstag lang stehen war für uns Schüler in den ersten Tagen eine Herausforderung. Aber wir hatten uns schnell daran gewöhnt“, so die PPC-Schüler. Anders als in Deutschland üblich, wo Pausenzeiten klar vom Gesetzgeber her geregelt sind, konnten die Arbeitnehmer bei PRO-TECH ihre Pausen individuell einteilen. Insgesamt fiel den beiden Jugendlichen auf, dass die Menschen dort mit der Arbeit leben und nicht für die Arbeit. Romera Gonzalez war auch davon angetan, dass die beiden Jungs direkt als Kollegen angesehen wurden. Haßdenteufel: „Alle Mitarbeiter waren total freundlich und hilfsbereit.“ Auch die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter des Unternehmens war toleranter, als sie dachten. „Die beiden Wochen im Betrieb waren eine wertvolle Erfahrung“, berichtet Haßdenteufel. „Sprachprobleme gab es nicht, wir konnten uns auf Englisch verständigen. Und zur Not galt das Prinzip Hände-mit-Füßen-Reden.“

„Wir mussten nicht lange nach Gesprächspartnern während unserer Freizeit suchen. Die Menschen waren alle sehr nett und interessierten sich auch für uns“, weiß Romero Gonzalez zu erzählen. Während eines Ausflugs am Wochenende mit der Bahn in das nahe gelegene Breslau, konnten wir uns mit anderen Fahrgästen austauschen und erfuhren einiges über ihr Leben in Polen. Auch hier stellten die beiden Limburger Schüler fest, dass vor allem die Familie im Mittelpunkt eines jeden Menschen steht.

Europäischer Gedanke im Mittelpunkt

„Gefördert und finanziert werden diese Auslandsaufenthalte durch das deutsch-polnische Jugendwerk, mit dem die Peter-Paul-Cahensly-Schule schon seit 15 Jahren zusammenarbeitet“, erläutert Sebastian Wendt, Lehrer für Wirtschaftslehre und Politik, der zugleich den deutsch-polnischen Jugendaustausch an der Peter-Paul-Cahensly-Schule organisiert. Daneben besteht seit 2004 eine freundschaftliche Kooperation mit einer beruflichen Schule in Wschowa, die die Kontakte zu Betrieben herstellt und die Praktikanten vor Ort betreut. Dort arbeiten die Lehrkräfte Beata Wasyliszyn und Marek Jarosz eng und äußerst vertrauensvoll mit den Limburgern Kollegen zusammen.

Für Sebastian Wendt stehen zwei Kernaspekte im Mittelpunkt seines Engagements: „Die Auslandspraktika steigern zum einen das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, zum anderen sollen dadurch berufliche und interkulturelle Kompetenzen gestärkt werden.“ Dies bestätigt Petra Schneider-Staiger, stellvertretende Schulleiterin und gleichzeitig als Abteilungsleiterin zuständig für das Berufliche Gymnasium: „Gerade wegen der politischen und wirtschaftlichen Unklarheiten für die Zukunft der Europäischen Union ist die Förderung von Völkerverständigung, gegenseitiger Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Menschen eines der wichtigen Ziele unserer täglichen pädagogischen Arbeit an unserer Schule.“ Neben dem deutsch-polnischen Austausch, pflegt die Schule sprachliche und berufliche Angebote in Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Untergebracht waren die beiden Oberstufenschüler in einem Internat, das während der polnischen Sommerferien Räumlichkeiten als Ferienwohnung für Jugendliche aus ganz Europa anbietet. Von daher mussten die beiden Schüler sich selbst versorgen und ihre Einkäufe selbst erledigen. „Eine Dose Ravioli kaufen – kein Problem, dachten wir. Aber wenn alles polnisch beschriftet ist und dann auch noch keine Bilder aufgedruckt sind, ist das schon eine Herausforderung.“

„Ein Auslandspraktikum in den USA oder in Australien klingt natürlich cooler“, sind sich beide Schüler bewusst. „Aber die positiven betrieblichen Erfahrungen und die Herzlichkeit Menschen in Wschowa wird für uns immer in Erinnerung bleiben.“








Kontaktdaten:

Peter-Paul-Cahensly-Schule
Zeppelinstr. 39
65549 Limburg
Telefon 06431 9479-0
Telefax 06431 9479-42
Homepage www.ppc-schule.de
E-Mail sekretariat@ppc-schule.de