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28.08.2019 06:28 Alter: 23 days
Kategorie: BG

Morgens Schule – mittags Uni: Zwei PPC-Schüler studierten in Idstein

Ein Angebot der Hochschule Fresenius in Idstein ermöglicht es begabten Schülern, frühzeitig den Hochschulbetrieb kennenzulernen. Marco Pasqual Romero Gonzalez und Lennart Immanuel Haßdenteufel besuchten Vorlesungen aus dem Bereich der Naturwissenschaft – und bereiten sich gleichzeitig auf das Abitur vor.


Während seine Mitschüler aus der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums für Technik, Schwerpunkt Maschinenbau, jeden Freitag nach Unterrichtsschluss das Wochenende planten, machte sich Lennart Immanuel Haßdenteufel auf den Weg in die Hochschule Fresenius nach Idstein. Ebenso Marco Pasqual Romero Gonzalzez, der donnerstags die Vorlesungen besuchte.

Während Haßdenteufel sich für Chemie interessierte, wählte Romero Gonzalez an der Hochschule Fresenius den Bereich der Physiologie. Beide hatten sich vorgenommen im Rahmen eines Frühstudiums, auch Schülerstudium genannt, einen Einblick in das Hochschulleben zu erhalten. So nutzten sie die Gelegenheit, im abgelaufenen Semester Hochschulluft zu schnuppern.

Kooperation mit der Wissenschaft

Angesprochen wurden die beiden Oberstufenschüler vom MINT-Beauftragten Dr. Peter Jeitschko, der für die Förderung von Schülerinnen und Schülern im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) verantwortlich ist. Nach einem Beratungsgespräch in der Schule und mit den Verantwortlichen der Hochschule Fresenius haben die beiden Jugendlichen den Studiengang gefunden, der zu ihnen passt.

„Als Schüler im Leistungskurs Chemie hat mir die Kombination der beiden Naturwissenschaften Physik und Chemie von Anfang an interessiert“, so Haßdenteufel, der sich in die Vorlesung Physikalische Chemie eingeschrieben hat. Haßdenteufel befasste sich mit der als Thermodynamik bezeichneten Sparte dieses Fachgebietes und mit den bei chemischen Vorgängen auftretenden physikalischen Erscheinungen. Hier untersuchte er mit insgesamt 50 Teilnehmern der Vorlesung mithilfe von physikalischen Methoden Wissenswertes über chemische Vorgänge. „Den Zusammenhang zwischen den Zustandsgrößen Druck, Volumen und Temperatur eines idealen Gases zu erforschen war für mich als Schüler schon eine Herausforderung“, berichtet Haßdenteufel stolz. Ihn reizte die Verbindung zwischen den Fächern Chemie, Physik und Mathematik, was es so an einer Schule nicht gibt. „Herr Haßdenteufel hat sich in der Vorlesung bei all den Studierenden sehr gut geschlagen. Vor allem imponiert haben mir seine mündlichen Fragen und Anmerkungen. Das ist für einen Schüler, der in einer Zweitsemestervorlesung sitzt, schon bemerkenswert“, so Prof. Dr. Thorsten Daubenfeld, der Haßdenteufel in seiner Vorlesung betreut hat.

Ein ganz anderes Gebiet wählte Marco Pasqual Romero Gonzalez. Ihm hatte es die Physiologie angetan, einem Teilbereich der Biologie und der Medizin, die sich mit der Lehre von der Natur des Körpers auseinandersetzt. „Die Auswertung von Forschungsergebnissen zum Herz-Kreislauf-System war schon etwas Spezielles“, erzählt Romero Gonzalez. „Auch das Wissen über die medizinischen Grundlagen zur Lunge, den Nieren und den Hormonen des Menschen war für mich etwas total Neues“. Aber auch er hat sich aus Sicht der Dozentin, Frau Dr. Ulrike Prepens, sehr gut geschlagen: „Obwohl ihm von der Schule aus natürlich noch einige Grundlagen in Chemie und Physik fehlten, hat er die Zusammenhänge immer sehr gut erfasst. Er war auch immer sehr aktiv an der Vorlesung beteiligt, das ist wirklich lobenswert.“

Individuelle Förderung von Schülern

„Für die Schüler hat das Studium zwei Vorteile: Sie werden gezielt gefördert und sie bekommen eine Berufs- und Studienorientierung“, so Dr. Jeitschko. Eingebettet ist das Angebot an das „Gütesiegel Hochbegabung“, das durch das Hessische Kultusministerium der Peter-Paul-Cahensly-Schule verliehen wurde. Für Mathematik- und Physiklehrer Dr. Jeitschko ist die Förderung von Kenntnissen und Fähigkeiten der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit an Schülerinnen und Schülern. „Daneben wollen wir Pädagogen an unserer Schule gezielt Schülerinnen und Schüler unterstützen, die in bestimmten Bereichen ausgeprägte Kompetenzen vorweisen.“ Dazu bedient sich die Peter-Paul-Cahensly-Schule zahlreicher Kooperationspartner aus Bildung, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft. Dr. Jeitschko ist sich sicher: „Das Frühstudium bietet gerade in naturwissenschaftlichen Fächern nicht nur fachliches Wissen, sondern die Schülerinnen und Schüler erwerben darüber hinaus auch Fähigkeiten, die später im Berufsleben geschätzt werden“. Das unterstreicht auch Prof. Daubenfeld, der an der Hochschule Fresenius als Dekan den Fachbereich Chemie & Biologie verantwortet: „Gerade in den Naturwissenschaften ist es wünschenswert, dass junge Menschen sich frühzeitig mit den Anforderungen eines Studiums beschäftigen. Die individuelle Förderung, wie sie bei der PPC in Limburg betrieben wird, unterstützt mein Fachbereich daher mit großer Freude.“

Hohe Selbstdisziplin im Studienalltag

Einen Unterschied zum Besuch der Schule haben die beiden 19-jährigen schnell erkannt. „An der Universität steht die Eigenverantwortung zum Lernen sehr stark im Mittelpunkt. Keiner kaut einem etwas vor.“ Um das Studium zum Erfolg zu bringen, empfehlen beide Schüler eine motivierende und disziplinierende Grundhaltung zum Fach mitzubringen. „Der gewählte Studiengang sollte einen schon interessieren. Nur aus Alternativlosigkeit heraus zu studieren bringt nichts.“ Schließlich sind die Vorlesungen und die Vorbereitung auf die Klausur ein absoluter Gegensatz zu dem, was in der Schule nötig ist.

„In der Schule wird den Schülern ganz klar gesagt, was der Lerninhalt ist und wie man sich auf die Klausur vorbereiten kann“. An der Hochschule hingegen muss ab der ersten Vorlesung kontinuierlich gelernt und wiederholt werden. Sonst wäre die Aneignung von Wissen nicht zu schaffen. Während in der Schule ein Buch und ein Heft genügen, „müssen sich Studenten durch ganze Bücher und Skripte der Professoren durchkämpfen.“ Was beide erstaunte: „Von den Mitstudenten wurden wir von Anfang an herzlich aufgenommen und nicht als ‚die Kleinen von der Schule‘ angesehen“.

„Ich machte das Frühstudium natürlich nicht nur zum Spaß, ich bin ernsthaft an einer Ausbildung an einer Hochschule interessiert“, sagt Romero Gonzalez. Nach dem Abitur möchte er sein Technikwissen aus der Schulzeit mit der Medizin kombinieren und Rehabilitationstechnik studieren. Schüler Haßdenteufel möchte der Chemie weiterhin treu bleiben und sieht sich von daher auch an einer Hochschule wieder. Einen Grundstein dazu legten beide bereits mit ihren bestandenen Klausuren an der Hochschule Fresenius.

Kontaktdaten:

Peter-Paul-Cahensly-Schule
Zeppelinstr. 39
65549 Limburg
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Telefax 06431 9479-42
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