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16.06.2019 20:00 Alter: 32 days
Kategorie: BG

Betriebsbesichtigung bei Beck+Heun – Auf den Spuren der Digitalisierung

Die Schülerinnen und Schüler der 11 BG d besuchten mit ihrem Wirtschaftslehrer Herrn Scherer die Firma Beck+Heun GmbH in Mengerskirchen-Waldernbach, einem Hersteller von Rolladen.


Der Wirtschaftskurs wurde freundlich von Michael Langhorst, Personalleiter, im Campus-Gebäude der Firma Beck+Heun GmbH empfangen, der zugleich an Sascha Bittkau übergab, der die Klasse durch die Produktionsstätte des in Waldernbach ansässigen Unternehmens führte.

Von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Versand, erläuterte Herr Bittkau den Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums für Wirtschaft äußerst anschaulich und detailliert den Fertigungsablauf. Bittkau, Abteilungsleiter für Service und Kundendienst, verdeutlichte den eng getakteten Produktionsablauf. Allein die in zehn Silos gelagerten Styroporkügelchen (Mikroperlen) würden für noch nicht einmal einen ganzen Produktionstag ausreichen. Just-in-time, also eine punktgenaue Lieferung der Rohstoffe, spare nicht nur Lagerkapazitäten, sondern auch Kosten, so Bittkau. Das perlförmige Styroporgranulat werde in Schäumanlagen in den typischen Formen der Rolladenkästen gefüllt und unter enormer Hitze gebacken. Das Ergebnis: 1.000 produzierte Rolladenkästen mit je 14 Metern Länge pro Tag. Parallel dazu würden die Rolladenlamellen nach Kundenwunsch in unterschiedlichen Farben und Größen produziert.

Digitalisierung nicht aufzuhalten

Während der Betriebsbesichtigung auf dem 90.000 Quadratmetern umfassenden Firmengelände wurde von Sascha Bittkau den angehenden Abiturientinnen und Abiturienten kompetent der moderne Maschinenpark bei Beck+Heun erläutert. Nahezu alle Produktionsabläufe werden elektronisch gesteuert und sind roboterunterstützt. Damit können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fertigung Schalungssysteme, Formteile, Bauelemente, Styroporsonderteile und über 30 verschiedene Rolladenkastentypen herstellen. So werden zum Beispiel Styroporteile im so genannten Heißdraht-Schneideverfahren äußerst genau zurechtgeschnitten. Daneben wurden den Schülerinnen und Schülern der Peter-Paul-Cahensly-Schule moderne CAD-Fräsanlagen präsentiert und erklärt, dass alle Styroporabfälle wieder in den Produktionsablauf aufgenommen würden.

Die bei Beck+Heun zahlreichen Fertigungsstufen würden zunehmende Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung verlangen, so Bittkau. Die klassischen Auftragspapiere des in 1962 gegründeten Familienunternehmens würden für die Mitarbeiter in der Produktion nach und nach abgeschafft. Alle Aufträge und Kundenwünsche würden sich für den Fertigungsmitarbeiter über Monitore einsehen und nach der Herstellung der Aufträge bestätigen lassen. Damit wolle man bei Beck+Heun Kundenaufträge schneller abarbeiten und den Kunden eine hochwertige Qualität bieten. Dementsprechend könne und wolle man beim Westerwälder Unternehmen die Automatisierung nicht aufhalten. Dies verlange jedoch in Zukunft verstärkt gut ausgebildete Fachkräfte, nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung. So arbeiten bei der gesamten Holding von Beck+Heun derzeit rund 650 Beschäftigte. Damit ist Beck+Heun einer der fünftgrößten Arbeitgeber im Landkreis Limburg-Weilburg.

Zahlreiche Möglichkeiten der Ausbildung

Nach der Besichtigung der Produktion stellten Michelle Jung, zuständig für die Aus- und Weiterbildung, und Fachinformatiker Thomas Böhm, Ausbilder für den Bereich IT, die zahlreichen kaufmännischen und gewerblichen Ausbildungsberufe und Duale Studiengänge vor.

In der Zentrale in Mengerskirchen-Waldernbach und in den beiden Niederlassungen Erfurt und Altenmüster (bei Augsburg) werden unter anderem Industriekaufleute und Fachinformatiker (Fachrichtung Systemintegration) ausgebildet. In Kooperation mit den Technischen Hochschule Mittelhessen (Wetzlar/Limburg) werden die dualen Studiengänge Betriebswirtschaft (Fachrichtung Mittelstandsmanagement) und Wirtschaftsingenieurwesen (Fachrichtung Maschinenbau) angeboten.