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14.04.2019 22:38 Alter: 95 days
Kategorie: BG

PPC-Schüler studierte vor dem Abitur

Noch auf dem Weg zum Abitur und trotzdem schon studiert – wie soll das gehen? Auf diese Frage hat Arthur Fieguth, Schüler der Peter-Paul-Cahensly-Schule in Limburg, eine Antwort gefunden. Er studierte an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.


Arthur Fieguth saß im Wintersemester 2018/2019 einmal pro Woche an der Hochschule RheinMain im Audimax. Dort studierte er Informatik. Das Besondere: Er war Frühstudierender und ist eigentlich Schüler am Beruflichen Gymnasium für Datentechnik an der Peter-Paul-Cahensly-Schule in Limburg.

Angesprochen wurde Fieguth vom MINT-Beauftragten Dr. Peter Jeitschko, der für die Förderung von Schülerinnen und Schülern im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) verantwortlich ist. Nach einem Beratungsgespräch in der Schule und mit den Verantwortlichen der Hochschule RheinMain hat Arthur Fieguth einen Studiengang gefunden, der zu ihm passt. „Zunächst habe ich mich erst nach Informatik-Studiengängen umgesehen. Als ich dann auf der Seite der Hochschule RheinMain den Studiengang Medieninformatik gesehen habe, dachte ich: Das passt perfekt!“, so der angehende Abiturient.

Individuelle Förderung von Schülern

„Für die Schüler hat das Studium zwei Vorteile: Sie werden gezielt gefördert und sie bekommen eine Berufs- und Studienorientierung“, so Dr. Jeitschko. Eingebettet ist das Angebot an das „Gütesiegel Hochbegabung“, das durch das Hessische Kultusministerium der Peter-Paul-Cahensly-Schule verliehen wurde. Für Mathematik- und Physiklehrer Dr. Jeitschko ist die Förderung von Kenntnissen und Fähigkeiten der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit an Schülerinnen und Schülern. „Daneben wollen wir Pädagogen an unserer Schule gezielt Schülerinnen und Schüler unterstützen, die in bestimmten Bereichen ausgeprägte Kompetenzen vorweisen.“ Dazu bedient sich die Peter-Paul-Cahensly-Schule zahlreicher Kooperationspartner aus Bildung, Wirtschaft und Technik. Der Schüler Arthur Fieguth, der aktuell die Jahrgangsstufe 12 absolviert, wählte den Studiengang Medieninformatik deshalb, da er eine ideale Kombination zwischen angewandter Informatik und der kreativen Gestaltung von zum Beispiel Webseiten ist.

Hohe Selbstdisziplin im Studienalltag

Einen Unterschied zum Besuch der Schule hat der 18-jährige Schüler schnell erkannt. „An der Universität steht die Eigenverantwortung zum Lernen sehr stark im Mittelpunkt. Den geschützten Raum Schule gibt es dort nicht.“ Neben der wöchentlichen Vorlesung wird ein so genanntes Praktikum angeboten, bei dem Aufgaben und Fälle aus der Medieninformatik praxisnah bearbeitet werden.

Um das Studium zum Erfolg zu bringen, empfiehlt Fieguth eine motivierende und disziplinierende Grundhaltung zum Fach mitzubringen. „Der gewählte Studiengang sollte einen schon interessieren. Nur aus Alternativlosigkeit heraus zu studieren bringt nichts.“ Schließlich sind die Vorlesungen und die Vorbereitung auf die Klausur ein absoluter Gegensatz zu dem, was in der Schule nötig ist.

„In der Schule wird den Schülern ganz klar gesagt, was der Lerninhalt ist und wie man sich auf die Klausur vorbereiten kann“. An der Universität hingegen muss ab der ersten Vorlesung kontinuierlich gelernt und wiederholt werden. Sonst wäre die Aneignung von Wissen nicht zu schaffen. Während in der Schule ein Buch und ein Heft genügen, „müssen sich Studenten durch ganze Bücher und Skripte von den Professoren durchkämpfen.“

In der Schule hat Arthur Fieguth nicht viel an Unterrichtsinhalten verpasst. Denn die Vorlesungen mit den entsprechenden Übungsangeboten fanden mittwochnachmittags statt, nachdem der größte Teil des Unterrichtstages vorüber war.

Die Prüfung hat der aus Kirberg stammende Schüler mit einem tollen Ergebnis abgeschlossen. Nach dem Abitur möchte er sich vielleicht als vollwertiger Student im Bereich Medieninformatik einschreiben und die bereits erbrachte Prüfungsleistung anrechnen lassen. Nicht nur wegen der guten Zukunftschancen durch die zunehmende Digitalisierung, sondern weil auch das Studium schließlich Spaß macht.