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30.11.2018 22:07 Alter: 16 days
Kategorie: BS

Grenzenlos global Lernen

Berufliche Bildung: Zwei Berufsschulklassen der Peter-Paul-Cahensly-Schule waren Teilnehmer dieses Projektes.


Zwei Berufsschulklassen der PPC Schule in Limburg aus dem Büro-Bereich (Kaufleute für Büromanagement) nahmen in den vergangenen Tagen mit ihrer Fachlehrerin Frau Ax an dem Projekt „Grenzenlos - Globales-Lernen in der beruflichen Bildung“ in Kooperation mit WUS Germany Wiesbaden teil.

Die Klasse 12 BU D wählte sich in das Thema „Kinderrechte weltweit“ ein und verbrachte eine sehr interessante, aber auch nachdenklich stimmende Einheit mit dem Referenten Zafer Tarakji aus Marburg. Herr Tarakji stammt aus Syrien und studiert in Marburg. Für das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen“ ist er als Referent an beruflichen Schulen im Einsatz.

In dieser Lerneinheit mussten sich die Berufsschüler unter anderem mit den Fragen „Situation der Bildung in Deutschland und der Welt“, „Zugang zur Bildung/weltweite Entwicklung“ und „Kinderrechte weltweit“ beschäftigen.

Da in dieser Lerngruppe selbst bereits viele Mutter bzw. Vater sind, war dieses Thema für Einige besonders emotional.

Eine weitere Lerneinheit erlebten die Lernenden der Klasse 11 BU D mit der Referentin Maryam Sultan zu dem Thema „Fair Trade – Made in Bangladesh“. Nach einer freundlichen Begrüßung durch die Klassensprecherin der 11 BU D Frau Claudia Clausnitzer bedankte sich die Referentin Frau Sultan für den freundlichen Empfang und stellte sich den Berufsschülern vor. Frau Sultan studiert Lehramt für Realschule plus und ihre Familie stammt aus Bangladesch.

Frau Sultan erzählte den Schülern, dass sie erst vor drei Jahren zum 2. Mal ihre Familie besucht hätte und dann dort die große Armut und die menschenunwürdigen Arbeitsumstände persönliche erlebte. Aus dieser Erfahrung heraus hat sie sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe des Projektes „Grenzenlos - Globales-Lernen“ Lerngruppen in Deutschland auf die Missstände in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren.

Die Berufsschüler der Klasse 11 BU D und ihre Fachlehrerin Frau Ax erfuhren über drei lehrreiche Berufsschulstunden hinweg - sehr anschaulich und informativ - eine überaus engagierte, freundliche und präsente Referentin zu dem Thema „Fair Trade“ im Bereich Mode- und Textilproduktion.

Sie zeigte den Berufsschülern auf, was „Fair Trade“ bedeutet und welche positiven wie auch negativen Auswirkungen und Unterschiede das Umsetzen global für die arbeitenden und sozialen Umstände der Menschen zur Folge hätte. „Fair Trade“ verbindet Konsumenten, Produzentenorganisationen und Unternehmen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien und schafft menschwürdigere Arbeitsbedingungen in Industrie- und Textilunternehmen, auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern und die Vielfalt der Produkte ist enorm. Sie betonte dass es viele Möglichkeiten gäbe sich zu engagieren z. B., International werden für fair gehandelte und produzierte Güter das Fair-Trade-Siegel vergeben auf dass jeder Schüler beim Einkauf achten könne, es zeigt auf welche Produkte in Deutschland erhältlich sind und wo Sie diese erwerben können. Bezugnehmend ihrer heimatlichen Wurzeln erinnerte sie an das Unglück in Bangladesch, als vor vier Jahren die achtstöckige Textilfabrik in Rana-Plaza einstürzte und dort sehr viele Menschen ums Leben kamen. Überlebende dieses Unglückes hätten bis zum heutigen Tag mit Spätfolgen zu kämpfen. Als Reaktion auf diesen Einsturz wurde am 16. Oktober 2014 von der Bundesregierung ein „Bündnis für nachhaltige Textilien„ ins Leben gerufen die weltweit bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden sollen. Das Textilbündnis möchte die Kräfte von Unternehmen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, Verbänden, Gewerkschaften und Standardorganisationen und der Bundesregierung vereinen, um die Missstände bei der Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards, mangelhaftem Arbeitsschutz, Kinderarbeit, zu lange Arbeitszeiten, zu geringe Löhne, eingeschränktes Versammlungsrecht, fehlendes Chemikalien- und Abfallmanagement, zu lindern und zu verbessern. Gemeinsam sahen sich alle eine Filmdokumentation an, die das Leben verschiedener Menschenschicksale und deren Arbeitsverhältnisse in Pakistan aufzeigte und darstellte. Eine Inderin erzählte in dem Film, dass sie ihre zwei Töchter nur ein bis zwei Mal im Jahr sehen könne, weil sie ihren Lohn für die Ausbildung ihrer Kinder benötige um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, aber selbst kein Geld mehr hätte sie zu besuchen. Die Berufsschüler waren von diesem Schicksal sehr betroffen und gingen sehr nachdenklich in eine kurze Pause. Frau Sultan übergab den Schülern verschiedene Arbeitsaufträge, die in Rollenspielen dargestellt wurden um die Ergebnisse zu präsentieren, die nach den Kriterien von „Fair Trade“ in Gruppen vorher erarbeitet wurden, auf Grundlagen unterschiedlichster Lebens- und Arbeitssituationen. Frau Sultan hatte den Lernenden sehr anschaulich vermittelt, das „Fair Trade“ jeden etwas angeht und das wir alle zusammen daran arbeiten müssten um etwas zu verändern, so das Fazit der Schüler. Von Sibylle Müller, Schülerin der Klasse 11 BU D