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09.09.2018 16:35 Alter: 72 days
Kategorie: Schule allgemein Schule allgemein

Treffen mit den Nachkommen von Max Rosenthal

Max Rosenthal lebte während der Zeit des Nationalsozialismus in Limburg. Er arbeitet als eine Art Hausmeister für die Synagogengemeinde, an die heute eine Skulptur an der "Schiede" - Ecke Dr. Wolff Straße erinnert.


In der Reichspogromnacht konnte er flüchten und versuchte später seiner bereits in die USA geflohenen Familie nachzureisen. Die Überfahrt scheiterte daran, dass das Schiff (St. Louis) nicht anlegen durfte und er schließlich zunächst in Frankreich Unterschlupf fand. Dort griff ihn aber 1942 die SS auf. Er wurde nach Auschwitz deportiert, wo er am 9. September direkt nach der Ankunft selektiert und ermordet wurde.
Johanna Rosenthal, die Ehefrau von Max Rosenthal, und deren gemeinsamer Sohn Ernst Rosenthal, lebten in der Folgezeit in den USA. Ernst gründete eine Familie und starb vor einigen Jahren.
Das Schicksal von Max Rosenthal beschäftigte die beiden Gruppen der Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz und Krakau im Jahre 2017 und in diesem Jahr. Sie setzten sich mit der Lebensgeschichte auseinander, besuchten den für ihn verlegten Stolperstein in der Limburger Innenstadt und gedachten ihm während einer kleinen Gedenkveranstaltung an der Rampe in Auschwitz-Birkenau.
Durch das besondere Engagement von Markus Streb, einem ehemaligen PPC-Schüler, der Kontakt zur Familie Rosenthal hat, kam es vor kurzer Zeit zu einer außergewöhnlichen Begegnung der Nachkommen von Max Rosenthal und den Schülerinnen und Schüler der Gedenkstättenfahrten.
Zunächst präsentierten die Jugendlichen die Ergebnisse ihrer Fahrt in einer Art Ausstellung, die in unterschiedliche Stationen unterteilt war. Toby Rosenthal, die noch lebende Frau von Ernst Rosenthal, sowie deren Tochter Carol, deren Mann Frank, als auch die Urenkel von Max Rosenthal Gabe und Ben kamen bereits hier ins Gespräch mit den Jugendlichen.
In einer daran anschließenden Gesprächsrunde begann schnell eine lebhafte Unterhaltung, bei der zunächst die beiden Urenkel die Schülerinnen und Schüler nach aktuellen Entwicklungen in Deutschland fragten. Im zweiten Teil des Gesprächs kamen dann die Nachkommen von Max Rosenthal dazu ihre Eindrücke und Erfahrungen in den USA zu schildern.
Für diese außergewöhnliche Begegnung, die für alle Beteiligten sehr bewegend war, sei dem Schulleiter, Herrn Detlef Winkler, als auch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und vor allen Dingen Herrn Markus Streb gedankt.
Sebastian Wendt