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23.04.2018 08:10 Alter: 61 days
Kategorie: Schule allgemein Schule allgemein

PPC-Pädagogen machen sich fit für den digitalen Unterricht

„Digitale Bildung in Schule und Unterricht“ war das Thema des Lehrerkollegiums der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg im Rahmen des Pädagogischen Tages.


Vorträge und Fortbildungsangebote von Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Experte für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz. Potenziale, Chancen und Herausforderungen digitaler Medien im Unterricht standen an diesem Tag im Mittelpunkt.

Jugendliche beherrschen digitale Medien, sie können Facebook öffnen oder WhatsApp benutzen, geraten allerdings schnell an Grenzen, wenn Sie die Anwendungen vertieft nutzen sollen, zum Beispiel bei der Einbindung von Videos in eine Powerpoint-Präsentation. Daraus ergeben sich nach Prof. Aufenanger pädagogische Herausforderungen.

Formen der medialen Nutzung und damit die Formen der Kommunikation ändern sich rasant. Insbesondere Jugendliche erleben die Allgegenwärtigkeit digitaler Medien. Von daher gilt es andere Formen der Medienerziehung umzusetzen und eine Offenheit für deren Entwicklung zu gestalten. „Medienkompetenz wird häufig nur im Zusammenhang mit Kompetenzen gesehen, die die Nutzer von Medien haben müssen, um diese zu benutzen“, so der Medienpädagoge Aufenanger. „Vermittlung von grundlegenden Kompetenzen zum selbstbestimmten und kompetenten Handeln in einer mediengeprägten Welt werden zusehends wichtiger“. So belegen Studien, dass rund 90 Prozent der Lehrkräfte an Schulen sowie Unternehmen der Ansicht sind, dass in Deutschland digitale Kompetenzen in Zukunft genauso wichtig sein werden wie fachliche oder soziale Kompetenzen.

Im Rahmen von innovativen Unterrichtskonzepten bieten zum Beispiel Tablets neben den klassischen Medien zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten im Unterricht. Tablets sind heute ebenso wie Smartphones nicht nur mit den Grundfunktionen des digitalen Arbeitens, wie etwa einem Browser für Internetrecherche oder E-Mail-Programmen, ausgestattet, sondern sie bieten mit Kamera und Mikrofon auch die Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler des multimedialen Arbeitens.

Der Mehrwert der Tablets für den schulischen Unterricht hat sich in von Prof. Aufenhanger durchgeführten Studien an vielen Stellen gezeigt. Die Zufriedenheit der Lehrpersonen und die mit dem Einsatz verbundenen Differenzierungsmöglichkeiten im Unterricht durch die Mobilität der Geräte und die pädagogischen Apps sind als ein wichtiger Zusatznutzen anzusehen. Hinzu kommt, dass sich viele Schülerinnen und Schüler durch die Einbindung motivierter für den Unterricht gefühlt haben, der zugleich häufig abwechslungsreicher gestaltet wurde. Die veränderte Lernkultur führt zu häufigeren und intensiveren Gruppenarbeiten sowie mehr Möglichkeiten zum selbstgesteuerten Lernen und zur Binnendifferenzierung.

„Tablets ersetzen keinen schlechten Unterricht“, so Prof. Aufenanger. Damit die positiven Ergebnisse seiner Studien erreicht werden ist es von Seiten der Institution Schule grundlegend, dass die Lehrkräfte in technischer und pädagogisch-didaktischer Hinsicht ausgebildet werden und die technische Infrastruktur sichergestellt und laufend durch Fachpersonal betreut wird. Notwendig ist daher die Gestaltung eines Medienentwicklungsplans für die Schule, in dem organisatorische, technologische und pädagogische Konzepte im Hinblick auf Finanzierung, Fortbildung, Gerätetyp, Wartung, Ziele und Methoden einfließen. Daneben verdeutlichte Prof. Aufenanger vor dem PPC-Kollegium auch, dass die Medienkompetenz, insbesondere die kritisch-reflektierte Nutzung von Medien, der Schülerinnen und Schüler gestärkt wird. Eine direkte Leistungssteigerung im Sinne von besseren Noten der Schülerinnen und Schüler kann nicht erwartet werden. „Starke Schülerinnen und Schüler brauchen keine Tablets, schwache könne davon profitieren“, so die Erfahrung des Mainzer Universitätsprofessors.

Neben den Vorträgen und Veranstaltungen von Prof. Dr. Aufenanger gab es Möglichkeiten zum Besuch von Workshops, die engagierte Lehrerinnen und Lehrer der PPC-Schule zum Thema Digitalisierung in der Schule angeboten haben. Nicht nur der Einsatz von Tablets wurde ausprobiert, sondern auch die Möglichkeiten von eTwinning, einem europäischen Schulnetzwerk, oder TwinSpace, eine Variante der Bildung von Schulpartnerschaften, wurden vorgestellt. Daneben gab es einen Workshop Digitalisierung@Schule, in dem die Bildung in der digitalen vernetzten Welt, seine Potenziale und Gefahren vom Leiter des Medienzentrums des Landkreises Limburg-Weilburg präsentiert wurden.

In einem abschließenden Plenum tauschten sich die Pädagoginnen und Pädagogen der PPC-Schule über die unterschiedlichen Workshop-Angebote aus. Der Pädagogische Tag mit seinem Schwerpunktthema „Digitalisierung in Schule und Unterricht“ wurde durchweg vom Lehrerkollegium für ihr eigenes Arbeiten gewinnbringend bewertet, so dass es für die gesamte Veranstaltung ein „Like“ gab.