Vier selbstständige Schulen im Kreis


Die Adolf-Reichwein-, die Friedrich-Dessauer-, die Peter-Paul-Cahensly-Schule und die Wilhelm-Knapp-Schule erhalten mehr Kompetenzen

Im Landkreis gibt es jetzt vier "selbstständige berufliche Schulen". Das Land Hessen stellt diesen Schulen ein zusätzliches Budget zur Verfügung, mit dem die Schulleitungen mehr Eigen- verantwortung haben.
Limburg-Weilburg. Die drei beruflichen Schulen Adolf Reichwein, Friedrich Dessauer und Peter Paul Cahensly in Limburg und die Wilhelm-Knapp-Schule in Weilburg haben von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) die Urkunde als "selbstständige berufliche Schule" erhalten. In einer Veranstaltung in Kassel haben insgesamt 35 berufliche Schulen in Hessen ein solches Schriftstück bekommen. "Ein Abschnitt der hessischen Schulentwicklung geht zu Ende und ein neuer Aufbruch beginnt", sagte die Ministerin. Die selbstständige Schule bedeute einen Paradigmenwechsel in der Schulpolitik. Alle selbstständigen beruflichen Schulen erhielten ein eigenes, großes Schulbudget. Somit könnten sie über freie Personalmittel eigenverantwortlich verfügen. Die vier Schulen "können damit beispielsweise Assistenten im Bereich IT, Bibliothek oder Verwaltung einstellen, Deputate im Leitungsbereich erhöhen, zusätzliche Unterrichtseinheiten finanzieren oder Fortbildungsmaßnahmen durchführen", sagte die Ministerin. Darüber hinaus blieben die Komponenten des sogenannten kleinen Budgets im großen Budget weiterhin erhalten. Die Verteilung von Aufgaben innerhalb der Schulleitung werde "nicht mehr von oben vorgeschrieben" und auch Beförderungen bis zur Besoldungsgruppe A 14 könnten die Schulleiter durchführen, soweit es sich dabei nicht um Funktionsstellen handele.
Im Projekt "selbstständige berufliche Schulen" gehe es jedoch keineswegs nur um das große Budget, um Personaleinstellungen oder die Veränderung von Organisationsstrukturen. "Ziel jeder Schulentwicklung ist vielmehr eine Qualitätsverbesserung im Sinne einer veränderten Lehr- und Lernkultur zum Wohl der Schülerinnen und Schüler", sagte die Ministerin. Es komme darauf an, mit überzeugenden Konzepten die Schul- und Unterrichtspraxis weiter zu entwickeln. "Eingebunden sind dabei alle an Schule Beteiligte, also nicht nur Lehrkräfte und die Schulleitungen, sondern auch dieSchülerinnen und Schüler, die Eltern und die Ausbildungsbetriebe", sagte Ministerin Henzler. nnp